Wintereinbruch am Wochenende erwartet
Die Wetterprognosen sagen für Freitag und das kommende Wochenende einen ersten Wintereinbruch mit Schneefall, Graupel und Temperaturen um den Gefrierpunkt vorher. Für die Autofahrer bedeutet das, nur mit einem wintertauglichen Auto zu fahren und sich auf glatte Straßen einzustellen.
“Wenn es schneit und die Straßen weiß sind, fahren fast alle vorsichtig. Bei Unfällen kommt es dann meistens nur zu Blechschäden”, erklärt Landrat Manfred Müller. Der Leiter der Kreispolizeibehörde Paderborn weiter: “Tückisch ist es dann, wenn sich überfrierende Nässe bildet, einige Straßenabschnitte nur nass, aber andere spiegelglatt sind.” Gerade in dieser gefährlichen Konstellation zwischen Niederschlag, Feuchtigkeit und Temperaturen um null Grad mahnt Müller zu besonders vorsichtiger Fahrweise. Jedem Autofahrer müsse jetzt klar sein, dass insbesondere auf Brücken oder in freien Lagen auch bei leichten Plusgraden Blitzeis entstehen könne. Auch die unterschiedlichen Höhenlagen im Kreis Paderborn führten wegen der Temperaturunterschiede in dieser Jahreszeit zu völlig verschiedenen Straßenverhältnissen.
Polizeirätin Anja Martel, Leiterin der Direktion Verkehr rät: “Bei glatten Straßen gilt: Defensiv fahren, den Abstand zum Vorausfahrenden größer zu halten und vor allem mehr Zeit für Fahrten einplanen.” So könne jeder dazu beitragen, das nichts passiere und jeder sicher sein Ziel erreiche.
Jeder Autofahrer muss jetzt auch den Zustand seines Fahrzeugs insbesondere den der Autoreifen kennen. Sind nur Sommerreifen montiert, sollte der Wagen bei schneebedeckten Straßen besser stehen bleiben. Bei Unfällen sind wegen mangelhafter Bereifung Bußgelder in Höhe von 50 bis 75 Euro fällig. “Dafür bekommt man für viele Autos schon einen neuen Winterreifen. Und da ist das Geld zur eigenen Sicherheit besser angelegt” , rät Anja Martel. Winterreifen bieten bei Temperaturen unter sieben Grad eine wesentlich bessere Haftung als Sommerreifen. Die besonderen Profile sorgen für optimale Nasshaftung und Griffigkeit auf Schnee. Ein Winterreifen, so die Experten aus Fachwerkstätten, sollte auch nicht länger als sechs Jahre eingesetzt werden. Auch bei Profiltiefen unter vier Millimeter wird es kritisch, so die Experten. 1,6 Millimeter sind gesetzlich vorgeschrieben.
Ein Fyler über die richtige Reifenausstattung zur Winterzeit liegt in allen Polizeiwachen im Kreis Paderborn aus. Die Broschüre “Zeigen Sie Profil” ist auch im Internet auf www.polizei-paderborn.de eingestellt.
Ein wichtiger Aspekt beim Autofahren auf winterlichen Straßen ist die Sichtbarkeit und die eigene Sicht aus dem Fahrzeug. Bei Niederschlag, einsetzender Dämmerung oder trüben Tageslicht sollte das Abblendlicht eingeschaltet sein. Die Scheiben des Autos müssen vor der Fahrt ringsum von Schnee und Eis befreit werden. Martel: “Ein “Guckloch” in der Frontscheibe reicht nicht aus und bedeutet extreme Unfallgefahr.”
Bei Straßenglätte durch Eis und Schnee ereigneten sich in den letzten drei Jahren (seit Oktober 2005) 556 Unfälle. Dabei wurden fünf Menschen getötet, 45 Autoinsassen schwer und 152 leicht verletzt. Einer der letzten Glätteunfälle im vergangenen Winter ereignete sich im März 2008 auf der B 1 bei Salzkotten und forderte ein Todesopfer (Polizeibericht vom 22.03.2008). Das Unfallauto war mit Sommerreifen ausgerüstet bei einem heftigen Graupelschauer von der Straße abgekommen und an Bäumen zerschellt.
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