Die Augen von Kamera und Radar entlasten den Fahrer bei ermüdenden Nacht- und Kolonnenfahrten

Der Schlaf kommt auf leisen Sohlen: Am Ende einer langen Fahrt zurück aus dem Urlaub oder nach einem stressigen, anstrengenden Arbeitstag droht der berüchtigte Sekundenschlaf. Nur ganz kurz nickt der Fahrer ein – die Folgen, leider nicht immer nur Blechschäden. Bei rund jedem vierten schweren Unfall spielt Müdigkeit eine entscheidende Rolle, vor allem bei Nachtfahrten ist das Unfallrisiko doppelt so hoch wie tagsüber.

Das Fahrerassistenzsystem LDW, Lane Departure Warning, das der internationale Automobilzulieferer Continental entwickelt hat, warnt vor dem Abkommen von der Fahrbahn. Es wird in Personenwagen eingesetzt, ist aber auch für Lastwagen serienreif. Gerade Trucker sind durch lange Lenkzeiten oder Ablenkung gefährdet, Abkommen von der Fahrbahn ist eine der häufigsten Unfallursachen. Knapp jeder zweite Unfall mit dieser Ursache ließe sich durch LDW verhindern, so eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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Kernstück des intelligenten Fahrerassistenzsystems ist eine Kamera, die im PKW in der Nähe des Innenspiegels angebracht ist und nach vorne auf die Fahrbahnmarkierungen vor dem Auto schaut. Die Elektronik in der Kamera wertet die Bilder aus und ermittelt ob das Auto aus der Spur zu geraten droht. Typischerweise durch ein vibrierendes Lenkrad aber auch durch einen sanften Lenkeingriff wird der Fahrer auf die Gefahr hingewiesen. Dieser „elektronischer Beifahrer“ arbeitet im Hintergrund und warnt nur dann, wenn der Fahrer scheinbar unbeabsichtigt die Spur verlässt – wenn er blinkt, wird die Warnung unterdrückt.

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Blind Spot Detection (BSD): Blick in den toten Winkel
Ein schneller Blick in Innen- und Außenspiegel, vielleicht noch flüchtig über die Schulter nach links geschaut – und dann großes Erschrecken, weil es beim Ausscheren zum Überholen links laut hupt. Ein Wagen, der sich auf der linken Spur schnell von hinten nähert oder sich im toten Winkel neben dem eigenen Auto befand, kann leicht übersehen werden, vor allem im dichten Verkehr auf mehrspurigen Autobahnen oder Schnellstraßen, aber auch im Stadtverkehr. Das von Continental entwickelte System zur Blind Spot Detection (BSD), also zur Überwachung des toten Winkels, kann den Autofahrer deutlich entlasten und unfallträchtige Situationen vermeiden. Radarsensoren überwachen den Verkehrsraum hinter und neben dem eigenen Fahrzeug und schlagen Alarm, wenn der Fahrer trotz fehlender Lücke ausscheren will. Wie der Fahrer gewarnt wird, löst jeder Fahrzeughersteller nach seiner eigenen Philosophie. Ein Muss ist eine Anzeige in Außenspiegelnähe.

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Intelligenter Tempomat (Adaptive Cruise Control, ACC): Automatisch sicherer Abstand auch bei hohen Geschwindigkeiten
Geschwindigkeit an sich ist nicht gefährlich. Sie wird es aber bei zu wenig Sicherheitsabstand. Prinzipiell gilt ja die Faustregel „halber Tacho“: Der Abstand in Metern zum Vordermann soll halb so groß sein wie die Geschwindigkeit. Bei 100 km/h wären das 50 Meter. Im dichten Verkehr wird der Sicherheitsraum schnell knapp. Bei 100 km/h legt ein Auto pro Sekunde rund 28 Meter zurück. Gut eine Sekunde benötigt der durchschnittliche Fahrer, um einen bremsenden Vordermann wahrzunehmen, den Fuß vom Gas zu nehmen, aufs Bremspedal zu setzen und fest zuzutreten. Da kommen schnell 40 Meter zusammen, ehe die Bremsen richtig arbeiten. Hat der Vordermann mit voller Kraft gebremst, der Hintermann aber nicht, ist der Auffahrunfall schon passiert.

ACC, Adaptive Cruise Control, entschärft dieses Risiko. Wie ein normaler Tempomat hält es eine gewählte Geschwindigkeit konstant, indem es an Gefällen Gas wegnimmt und an Steigungen Gas gibt. Zusätzlich beobachtet es aber den voraus fahrenden Verkehr mit Radar- oder Infrarotsensoren. Ehe man dem Vordermann zu nahe kommen kann, nimmt ACC Gas weg oder bremst behutsam, bis der Abstand wieder stimmt. Wird der Vordermann schneller oder macht die Fahrspur frei, beschleunigt ACC automatisch, bis die vorher eingestellte Reisegeschwindigkeit wieder erreicht ist. Gelegentlich, z.B. bei sehr starkem Bremsen des vorausfahrenden Fahrzeuges, reicht das komfortable Bremsverhalten von ACC allein nicht aus, dann bittet das Fahrerassistenzsystem den Fahrer zusätzlich selbst zu bremsen.

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Auch wenn ACC nicht aktiv ist, sorgt es für ein Sicherheitsplus. Droht ein Auffahrunfall, können die Sensoren den Fahrer rechtzeitig warnen und erhöhen schon einmal den Druck im Bremssystem. Die Bremsen sprechen dadurch im Notfall schneller an, wenn der Fahrer aufs Pedal tritt. So lassen sich die Folgen eines Unfalls durch das reduzierte Tempo lindern oder Auffahrunfälle ganz vermeiden – und damit auch kilometerlange Staus, die wertvolle Zeit kosten und unnötigen Benzinverbrauch und damit CO2-Ausstoß verursachen. Neben dem Sicherheitsgewinn können die Fahrerassistenzsysteme auch Geld und Punkte sparen helfen, denn Abstandssünden – selbst wenn sie unbeabsichtigt passieren – werden in Zukunft deutlich härter bestraft.

Moderne ACC Systeme sind heute auch eine Hilfe im stockenden Verkehr oder Stau und bremsen wenn notwendig bis zum Stillstand ab. Meldet der Sensor wieder „freie Fahrt“, kann der Fahrer das System reaktivieren und die automatisch geregelte Kolonnenfahrt fortführen – so verliert auch die zähfließende „Rush-Hour“ ihren „Schrecken“.

Der Continental-Konzern gehört mit einem anvisierten Umsatz von mehr als 26,4 Mrd Euro im Jahr 2008 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt das Unternehmen zu mehr Fahrsicherheit und zum Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 150.000 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern.

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